Koenig & Bauer Durst VariJET 106 treibt Transformation voran: Tamir steigt in hochvolumige digitale Faltschachtelproduktion ein

Polnischer Verpackungshersteller setzt auf hybrides Produktionsmodell zur Effizienzsteigerung und signifikanten Makulaturreduzierung

  • Langjähriger polnischer Verpackungshersteller macht wichtigen strategischen Schritt von reiner Offset-Umgebung hin zur industriellen Digitalproduktion
  • Klares Geschäftsmodell für Klein- und Mittelauflagen sorgt für weniger Makulatur, geringere Produktionskosten und eine verbesserte Gesamteffizienz im Drucksaal
  • Produktionsstart für Ende August nach Installation und Schulung geplant

Drukarnia Tamir, ein etablierter und wachstumsstarker polnischer Verpackungshersteller mit tiefen Wurzeln im konventionellen Offsetdruck, leitet eine neue Ära seiner Unternehmensgeschichte ein: Ende August wird das Unternehmen nach erfolgreicher Installation und Schulung die industrielle Produktion digitaler Faltschachteln auf der Koenig & Bauer Durst VariJET 106 aufnehmen. Dieser strategische Meilenstein markiert für das renommierte Familienunternehmen den gezielten Einstieg in die digitale High-Volume-Faltschachtelproduktion.

Das Familienunternehmen hat sein Geschäft über mehr als 30 Jahre hinweg auf der offsetbasierten Produktion von Faltschachteln, kaschierten Wellpappenverpackungen und Packungsbeilagen aufgebaut. Tamir wurde 1993 gegründet und wird heute in zweiter Generation von der Familie Krywulec geleitet. Das Unternehmen beliefert Kunden aus den Bereichen Pharma, Kosmetik, Lebensmittel, Automobil und Haushaltsgeräte in ganz Polen und Europa.

Die Entscheidung des Unternehmens, das aus einer reinen Offset-Umgebung kommt, direkt auf ein hochvolumiges Digitalsystem zu setzen, gilt als starkes Signal für die gesamte Verpackungsbranche. Es untermauert, dass der industrielle Digitaldruck den Sprung von der theoretischen Diskussion zur praxistauglichen und wirtschaftlichen Realität in modernen Drucksälen vollzogen hat. 

Tamir produziert an zwei spezialisierten Standorten in Bystrzyca Kłodzka. Ein drittes Werk befindet sich im Zuge der kontinuierlichen Expansion derzeit im Bau. Die Produktions- und Lagerfläche des Unternehmens von fast 20.000 Quadratmetern bildet die Basis für ein breites und hochspezialisiertes Verpackungsportfolio. Ein Standort konzentriert sich primär auf Pharmaverpackungen, Packungsbeilagen sowie hochwertige, veredelte Kartons für Lebensmittel- und Süßwarenmarken. Der zweite Standort ist hauptsächlich der Produktion von Automobilverpackungen gewidmet. Zudem betreibt Tamir eine Linie im B0-Format für kaschierte Feinstwellpappen-Verpackungen, ergänzt durch einen High-End-Offsetdrucksaal und modernste Weiterverarbeitungskapazitäten. Diese Produktionsstruktur ermöglicht es dem Unternehmen, eine hochvolumige, präzise Fertigung mit erstklassiger Veredelung, Flexibilität und Lieferzuverlässigkeit für anspruchsvolle Kunden aus verschiedenen Branchen zu kombinieren.

Bei Tamir wird die VariJET 106 auf Basis eines klaren Geschäftsmodells für Klein- und Mittelauflagen eingeführt. Die Hybridmaschine wird ältere Offsetkapazitäten für mehr als 3.600 Klein- und Mittelaufträge und über 5,6 Millionen Bogen pro Jahr ersetzen. Es wird erwartet, dass eine Produktion, für die bisher zwei Offsetschichten erforderlich waren, nun in einer einzigen VariJET-Schicht abgewickelt werden kann.

Die Investition wird laut Prognosen jährliche Makulatureinsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich generieren und die Produktionskosten pro Jahr erheblich senken. Darüber hinaus wird erwartet, dass die verbleibende Kapazität der VariJET 106 die anderen neun Offsetmaschinen von Tamir von ineffizienten Klein- und Mittelauflagen entlastet, was die Gesamtanlageneffektivität (OEE) weiter verbessert und zusätzliche Kapazitäten im gesamten Drucksaal schafft.

„Dies ist ein bedeutender strategischer Schritt für Tamir“, erklärt Michał Krywulec, Vorstandsvorsitzender von Tamir. „Von Anfang an hatte ich eine Kernanforderung: Unsere Digitaldruckmaschine muss unsere Offsetproduktion ergänzen, nicht ersetzen. Sie muss vollständig mit unserem bestehenden Workflow kompatibel und vor allem in der Lage sein, auf denselben Kartonsubstraten zu drucken, die wir bereits im Offsetdruck verwenden. Dies ermöglicht es uns, je nach Kundenwunsch zwischen den Technologien zu wechseln und dabei dieselben Qualitätsstandards und dieselbe Produktionsflexibilität beizubehalten.“

„Ich habe auch andere Technologien auf dem Markt genau verfolgt. Obwohl es sich dabei um beeindruckende Innovationen handelt, erfüllten sie unsere Anforderungen an die Kompatibilität mit unserem Produktionsmodell und dem Spektrum der Substrate, die wir verarbeiten wollten, nicht vollständig. Als Koenig & Bauer Durst das VariJET-Konzept vorstellte, war dies die erste Lösung, die sich mit meiner Vision der digitalen Verpackungsproduktion deckte. Sie kombiniert die Flexibilität des Digitaldrucks mit den industriellen Fähigkeiten und der Substratkompatibilität, nach der wir gesucht haben. Deshalb haben wir uns entschieden, dass die VariJET die richtige Investition für Tamir ist.“

Krywulec fügt hinzu: „Wir kommen aus einer reinen Offset-Umgebung, daher basiert unsere Entscheidung für den Einstieg in die hochvolumige digitale Faltschachtelproduktion auf einem klaren Business Case und der Vorstellung, wie wir unsere Produktion in Zukunft weiterentwickeln wollen.“

„Die VariJET 106 bietet uns die Möglichkeit, Klein- und Mittelauflagen effizienter abzuwickeln, die Flexibilität im gesamten Drucksaal zu verbessern, Produktionsprozesse zu rationalisieren und unsere Kostenstruktur zu optimieren. Sie eröffnet uns auch neue Möglichkeiten in Bereichen wie dem variablen Datendruck und erlaubt uns, schneller zu reagieren, wenn Kunden dringende Nachbestellungen oder Kleinaufträge benötigen. Ein Beispiel ist ein kürzlicher Auftrag über 70.000 Faltschachteln, bei dem der Kunde später sofort 250 zusätzliche Schachteln benötigte. Wir konnten diese schnell auf der VariJET produzieren – ohne die zweistündige Rüstzeit, die im Offsetdruck erforderlich gewesen wäre, und praktisch ohne Makulatur. Aus meiner Sicht ist die Druckqualität hervorragend und kann in bestimmten Anwendungen den Offsetdruck sogar übertreffen. Für uns geht es nicht darum, den Offsetdruck zu ersetzen, sondern die passende digitale Kapazität an die Seite unserer Offsetproduktion zu stellen, um ein breiteres Spektrum an Anwendungen zu unterstützen und die nächste Stufe unseres Wachstums voranzutreiben.“

Für Koenig & Bauer Durst ist Tamir ein wichtiges Beispiel dafür, wie etablierte Faltschachtelhersteller den Digitaldruck dort einführen, wo er einen messbaren operativen und wirtschaftlichen Mehrwert liefert. Anstatt den Digitaldruck als Nischenlösung zu positionieren, unterstreicht die Installation, wie sich hybride Produktion in reale industrielle Umgebungen integrieren lässt, um Flexibilität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

„Tamir ist ein starkes Beispiel dafür, wie sich der Digitaldruck in den Faltschachtelmärkten von der Diskussion zur Umsetzung bewegt. Hier entscheidet sich ein etablierter, hochkompetenter Offset-Verpackungshersteller für den Schritt in die industrielle Digitalproduktion, weil das Geschäftsmodell klar ist“, sagt Daniel Velema, Geschäftsführer von Koenig & Bauer Durst. „Die VariJET 106 wurde genau für diese Art von Umgebung entwickelt – für die reale Produktion, für echte Effizienzgewinne und für eine echte Integration von Digital- und Offsetdruck.“

Markus Weiß, CEO von Koenig & Bauer Paper & Packaging Sheetfed Systems, erklärt: „Viel zu lange wurde der Digitaldruck als Nischenlösung für begrenzte Anwendungen gesehen. Die Entscheidung von Tamir sendet ein starkes Signal, dass der Markt bereit ist, den Digitaldruck dort einzusetzen, wo er in der industriellen Faltschachtelproduktion messbaren Mehrwert schafft. Es geht nicht darum, den Offsetdruck zu ersetzen. Es geht darum, die Stärken von Offset und Digital zu kombinieren, um eine flexiblere, effizientere und wettbewerbsfähigere Produktionsstruktur zu schaffen.“

Die VariJET 106 kombiniert die digitale wasserbasierte Tintenstrahldrucktechnologie und Software von Durst mit der marktführenden Leistung der Rapida 106-Plattform von Koenig & Bauer. Die von Koenig & Bauer und Durst gemeinsam entwickelte Single-Pass-Maschine ist für die reale Produktion und nicht für Nischenanwendungen konzipiert. Sie hilft Faltschachtelherstellern, kleine und mittlere Auflagenlängen mit größerer Flexibilität, konstanter Qualität und wettbewerbsfähiger Wirtschaftlichkeit zu bewältigen.

Für Tamir spiegelt die Investition auch eine umfassendere Strategie der kontinuierlichen Weiterentwicklung, Innovation und langfristigen Stabilität wider. Das Unternehmen bleibt vollständig im Familienbesitz. Die operative Leitung liegt in den Händen von CEO Michał Krywulec, seiner Schwester Adriana Krywulec und ihrer Mutter Eugenia Krywulec, was das langfristige Engagement für Kunden, Mitarbeitende und die Marktentwicklung unterstreicht.