Koenig & Bauer mit starkem zweiten Quartal: Signifikanter Auftragszuwachs, deutliche unterjährige Ergebnisverbesserung und positiver Free Cashflow
- Höchster H1-Auftragseingang seit acht Jahren: Signifikanter Anstieg um +16,9 % auf 709,3 Mio. €; Auftragsbestand auf neuem historischen Höchststand von 1.121,7 Mio. €
- Konzernumsatz steigt leicht um +1,4 % auf 558,2 Mio. € – starke Book-to-Bill-Ratio von 1,27 im ersten Halbjahr belegt hohe Wachstumsdynamik
- Starke sequenzielle Ergebnisverbesserung im Q2-26 auf ein operatives EBITDA von 17,0 Mio. € steigert das Halbjahresergebnis deutlich um +20,5 % auf 14,1 Mio. €
- Positiver Free Cashflow von +16,8 Mio. € im Q2-26 – deutliche Steigerung gegenüber Vorjahr (-55,3 Mio. €); NWC-Quote im ersten Halbjahr mit 21,4 % sicher unterhalb der Zielgröße
- Beide Segmente treiben die Erholung im Q2-26 voran, wobei S&T ein starkes operatives EBITDA von 11,8 Mio. € im Halbjahr erzielt und P&P im Q2-26 mit +6,8 Mio. € die Rückkehr in die Profitabilität gelingt
- Zur Sicherung der Ertragskraft im Segment P&P wurde zum 1. Juli 2026 eine anteilige Preisanpassung von +3 % umgesetzt, welche die Effekte kompensiert, die über die gezielten Kostensenkungsmaßnahmen gegen den geopolitischen Kostendruck hinausgehen
- Ausblick 2026 bestätigt: Stabiler Konzernumsatz auf Vorjahresniveau (~1,3 Mrd. €) sowie operatives EBITDA von circa 80 Mio. € prognostiziert

Die Koenig & Bauer AG verzeichnete im zweiten Quartal 2026 eine deutliche operative Ergebnisverbesserung. Ein massiver Zuwachs beim Auftragseingang, der erfolgreiche operative Turnaround beider Segmente im Quartalsverlauf sowie eine signifikante Verbesserung der Cash-Generierung belegen die hohe Resilienz und Ertragskraft des Technologiekonzerns in einem anspruchsvollen Marktumfeld.
„Das deutliche Auftragsplus von fast 17 Prozent im ersten Halbjahr bestätigt die Zugkraft unserer Go-To-Market-Strategie“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Stephen Kimmich. „Mit gezielten Innovationen stärken wir unsere Position im Kerngeschäft spürbar. Diese Dynamik gibt uns den Handlungsspielraum, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter konsequent auszubauen. Die Optimierung unserer Strukturkosten bleibt dabei ein zentraler Hebel, um unsere Resilienz zu erhöhen und die Basis für profitables Wachstum nachhaltig zu festigen.“
Geschäftsentwicklung H1/Q2-26: Starkes Auftragsplus, deutliche Ergebnisverbesserung, Umsatzwachstum und positiver Cashflow
Der Konzernumsatz stieg im ersten Halbjahr leicht um +1,4 % auf 558,2 Mio. € (Vj.: 550,4 Mio. €). Eine starke Book-to-Bill-Ratio von 1,27 (Vj.: 1,10) belegt die hohe operative Wachstumsdynamik. Der Auftragseingang der Gruppe stieg signifikant um +16,9 % auf 709,3 Mio. € (Vj.: 606,9 Mio. €), angetrieben durch eine erneute Beschleunigung der Nachfrage im zweiten Quartal auf 411,7 Mio. €. Der Auftragsbestand bleibt mit 1.121,7 Mio. € (Vj.: 1.096,3 Mio. €) auf einem neuen historischen Höchststand in der jüngsten Unternehmensgeschichte und bildet eine verlässliche Basis für die weitere Geschäftsentwicklung.
Das operative EBITDA verbesserte sich im Halbjahresvergleich deutlich um +20,5 % auf 14,1 Mio. € (Vj.: 11,7 Mio. €), maßgeblich getrieben durch eine starke Ertragsdynamik im zweiten Quartal, in dem der Konzern ein operatives EBITDA von 17,0 Mio. € erzielte. Das EBITDA von 7,4 Mio. € (Vj.: 7,5 Mio. €) enthält dabei plangemäße, nicht operative Sondereinflüsse in Höhe von 6,7 Mio. € für die Stilllegung des Betriebs der Albert-Frankenthal GmbH.
Ein zentraler Aspekt der Konzernsteuerung bleibt die Cash-Generierung: Im zweiten Quartal konnte mit einem positiven Free Cashflow von +16,8 Mio. € ein wichtiger Meilenstein erreicht werden, wodurch sich der Halbjahreswert im Vorjahresvergleich signifikant um +62,7 Mio. € auf -21,0 Mio. € verbesserte. Durch aktives Management wurde das Net Working Capital (NWC) mit einer Quote von 21,4 % sicher unterhalb der Zielgröße von maximal 25 % des Konzernumsatzes gehalten.
Gemeinsame operative Trendwende in den Segmenten
Die operative Entwicklung der beiden Konzernsegmente war im Halbjahr von einer gemeinsamen positiven Dynamik im zweiten Quartal getragen: Im Segment Paper & Packaging Sheetfed Systems (P&P) verzeichnete Koenig & Bauer einen starken Auftragseingang von 398,5 Mio. € (Vj.: 350,4 Mio. €; +13,7 %), wovon 204,2 Mio. € auf das zweite Quartal entfielen. Der Umsatz lag aufgrund des niedrigeren Orderniveaus aus 2025 mit 299,3 Mio. € leicht unter Vorjahr (Vj.: 308,9 Mio. €; -3,1 %), zeigte jedoch im zweiten Quartal mit 165,9 Mio. € bereits eine spürbare Belebung. Das operative EBITDA spiegelte diese Umsatzbelebung wider: Nach einem verhaltenen Jahresauftakt von -8,4 Mio. € im ersten Quartal wurde im zweiten Quartal wieder ein starkes operatives EBITDA von +6,8 Mio. € (H1: -1,6 Mio. €) erzielt. Zur Sicherung der Ertragskraft im Segment P&P wurde zum 1. Juli 2026 eine anteilige Preisanpassung von +3 % umgesetzt, welche die Effekte kompensiert, die über die gezielten Kostensenkungsmaßnahmen gegen den geopolitischen Kostendruck hinausgehen.
Im Segment Special & New Technologies (S&T) gelang der erfolgreiche H1-Turnaround mit einem operativen EBITDA von 11,8 Mio. € (Vj.: -4,0 Mio. €), getrieben durch eine starke sequenzielle Ertragsdynamik im zweiten Quartal (7,7 Mio. € nach 4,1 Mio. € im ersten Quartal). Der Umsatz stieg um +5,2 % auf 269,9 Mio. € (Vj.: 256,6 Mio. €), getragen von Leistungsfortschritten bei Großprojekten insbesondere in Nordamerika. Der Auftragseingang verzeichnete ein kräftiges Plus von +22,1 % auf 329,0 Mio. € (Vj.: 269,4 Mio. €), maßgeblich angetrieben durch ein starkes Projektgeschäft bei Banknote Solutions in Afrika und Lateinamerika, das zu einem deutlichen Anstieg im zweiten Quartal auf 214,3 Mio. € führte.
„Wer das Ende des Bargelds prophezeite, wird von der Realität eingeholt“, kommentiert Dr. Kimmich und ergänzt: „Bargeld ist und bleibt ein unverzichtbarer Wertspeicher und unser verlässlichstes Sicherheitsnetz bei Krisen oder Cyberangriffen. Dass selbst Vorreiter wie Schweden den Handel nun wieder zur Bargeldannahme verpflichten, spricht Bände. Für uns ist das ein klarer Beleg: Unsere hochspezialisierten Technologien sind heute relevanter denn je.“
Ausblick 2026: Stabiler Geschäftsverlauf und Bestätigung der Guidance
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Koenig & Bauer eine Fortsetzung der operativen Stabilität. Unter der Prämisse stabil bleibender Rahmenbedingungen bestätigt das Unternehmen die Prognose eines Konzernumsatzes auf Vorjahresniveau (circa 1,3 Mrd. €) sowie eines operativen EBITDAs von circa 80 Mio. €. Die im Prognosebericht getroffenen Annahmen stehen unter dem Vorbehalt, dass es zu keiner zeitlich ausgedehnten militärischen Konfrontation im Nahen Osten, keiner langanhaltenden Unterbrechung der internationalen Handelswege, keiner dauerhaften Energiepreiskrise und zu keiner signifikanten Eintrübung des globalen Investitionsklimas kommt.
„Die unterjährige Cashflow-Entwicklung zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Optimierung des Net Working Capital greifen“, untermauert Dr. Alexander Blum und ergänzt: „Der im zweiten Quartal erzielte positive Free Cashflow von knapp 17 Mio. € ist ein wichtiger Meilenstein. Zusammen mit unserem historisch starken Orderbuch verfügen wir über ein solides Fundament, um externe Marktwiderstände abzufedern.“
Der vollständige Zwischenbericht zum 1. Halbjahr 2026 steht auf der Website der Koenig & Bauer AG als PDF-Download zur Verfügung.
