Print & Postpress Innovation Days in RadebeulWeltrekord: Rotatives Stanzen mit 17.000 Bogen/h

  • Durchgängige Workflows, autonomes Drucken, neue Messtechnik live
  • Praxisorientierte Druckdemonstrationen in Akzidenz und Verpackung
  • Rotationsstanzen mit bis zu vier Prozessschritten in einem Bogenlauf
  • Kürzeste Rüstzeiten in Druck und Verarbeitung

Ralf Sammeck, Geschäftsführer von KBA-Sheetfed und Vorstandsmitglied der Koenig & Bauer AG, lud die internationalen Fachbesucher ein, neue Angebote, Produkte und Technologien rund um die Produktion von Akzidenzen und Label kennen zu lernen (1)

Vom 29. November bis 1. Dezember lud KBA-Sheetfed zu Print & Postpress Innovation Days nach Radebeul ins sächsische Elbtal ein. Über 250 Druck- und Verarbeitungsfachleute aus 30 Ländern informierten sich an den drei Tagen über neueste Automatisierungslösungen für den Druck von Akzidenzen, Etiketten und Verpackungen sowie innovative Weiterverarbeitungslösungen.  

Ralf Sammeck, Geschäftsführer von KBA-Sheetfed und Vorstandsmitglied der Koenig & Bauer AG, begrüßte die Druckfachleute und erläuterte in seiner Opening Note den neuen Markenauftritt sowie die Visionen von Koenig & Bauer. Sascha Fischer, Leiter Produktmanagement, stellte in seinem Einführungsvortrag die Weiterentwicklung innovativer Lösungen zum automatisierten Druck vor.  

Sascha Fischer, Leiter Produktmanagement, stellte neue Automatisierungs- und Messtechnik-Features vor. Darunter noch schnellere Plattenwechsel, erweiterte Funktionsumfänge der Rapida LiveApp, weitere Inhalte für das autonome Drucken und neue LED-Trockner (2)
Das beginnt bei neuen Plattenwechslern mit deutlich reduzierten Wechselzeiten in Halb-, Mittel- und Großformat ohne Abkanten der Platten. Neue Messtechnik-Komponenten wie PrintCheck und PDFCheck basieren auf einem einheitlichen Kamerasystem und bieten höchste Präzision in Messung und Regelung. LED-UV-Trockner für Rapida-Bogenoffsetmaschinen kommen jetzt direkt von KBA-Sheetfed, sind noch exakter auf die Maschinensysteme angepasst und damit hinsichtlich der Trocknung bis hin zum Großformat noch leistungsfähiger. ErgoTronic AutoRun für den autonomen Druck geht in die nächste Runde. „AutoPrint gehört die Zukunft“, so Fischer – dann programmiert das System auch den kompletten Jobwechsel selbst. Für die Rapida LiveApp gibt es erste Industrieanwendungen – und ebenso einen erweiterten Funktionsumfang: Zu Info-Panel mit Maschinenzustandsanzeige und Informationen zu den Druckjobs, Wartungsmanager, Chargenverfolgung kommen Stock Management und PressCall Mobile mit Chat-Funktionen für Hilfs- und Servicezwecke.  

Erster Präsentationshöhepunkt an einer Sechsfarben-Rapida 106 mit Lackturm, Kaltfolienmodul sowie Rolle-Bogen-Einrichtung: Druck von IML-Etiketten mit bis zu 15.000 Bogen/h von der Rolle und schnelles Rüsten von Rollen- auf Bogenproduktion (im Bild) (3)

Hohe Leistung und Automatisierung in der Praxis

Im Praxisteil demonstrierte Dirk Winkler, Bereichsleiter Drucktechnik, den Druck von Etiketten und Faltschachteln auf einer Rapida 106-Sechsfarbenmaschine mit Lackausstattung, Rolle-Bogen-Einrichtung und Kaltfolienmodul Vinfoil Micro. Präsentationsschwerpunkte waren die Low-Migration LED-UV-Produktion, Kaltfolien-Applikation und High-Speed-Produktion mit 20.000 Bogen/h sowohl auf IML-Folie von der Rolle als auch auf Haftpapier und Karton.  

Anschließend produzierte die Maschine mit 20.000 Bogen/h Sticker auf Haftpapier sowie Verpackungen (4)

An zwei Achtfarbenmaschinen mit Wendung für die 4 über 4-Produktion und Lackturm zeigten Winkler und Fischer die Leistungsfähigkeit der Rapida-Technik in der Akzidenzproduktion konventionell und mit LED-UV. Auf der konventionellen Maschine liefen sechs Signaturen der aktuellen Ausgabe der Kundenzeitschrift Koenig & Bauer Report. Dabei wechselte sie mit ErgoTronic AutoRun vollautomatisch die Jobs und ging danach wieder in den Druck. Mit Erreichen der benötigten Gutbogenzahl – in diesem fall 500 Stück – begann automatisch der nächste Rüstprozess. PrintCheck und PDFCheck sorgten für die lückenlose Qualitätsüberwachung.  

Dirk Winkler (rechts) und Sascha Fischer präsentierten an zwei Achtfarben-Rapida 106 mit Wendung für den 4 über 4-Druck sowie Lackturm das autonome Drucken mit ErgoTronic AutoRun: Je sechs Signaturen wurden an einer konventionellen und einer LED-UV-Maschine gerüstet und gedruckt (5)

Die LED-UV-Maschine produzierte sechs Signaturen der neuen Imagebroschur von Koenig & Bauer sowie zum Abschluss eine Stifte-Box. Auch sie wechselte nach Auftragsende automatisch die Jobs und ging danach ohne manuelles Zutun wieder in Produktion. Nur der Bedruckstoffwechsel am Anleger musste für den letzten Job noch manuell vorgenommen werden.  

Nutzentrennung der IML-Etiketten mit dem Laserck Master Blanker (11)

Stanzen mit höchster Performance

Unter dem Claim „Ready for the next step!“ präsentierte Mario Gerber Alleinstellungsmerkmale der Rapida RDC 106 wie kürzeste Rüstzeiten und Spitzen-Produktionsleistungen (6)
Unter dem Claim „Ready for the next step!“ stellte Mario Gerber, Senior Sales Manager Postpress, die Rotationsstanze Rapida RDC 106 als Game-Changer im Stanzprozess vor. Er erläuterte den mit Rapida-Bogenoffsetmaschinen identischen Aufbau der Maschine und die möglichen verfahrenstechnischen Schritte der einzelnen Stanzwerke. Diese reichen von der Lochausstanzung und dem Konturstanzen bei IML- und anderen Etikettenanwendungen über Prägen, Rillen, Stanzen und Ausbrechen in der Weiterverarbeitung von Verpackungen bis hin zu bedarfsgerechten Varianten für die Verarbeitung von Akzidenzen. In Abhängigkeit von Substrat und Kontur bietet die Maschine Stanzleistungen bis zu 15.000 Bogen/h und ist damit ähnlich schnell wie eine moderne Bogenoffsetmaschine. So steigt die Produktionsleistung im Label-Bereich um bis zu 300 Prozent. Bei der Verarbeitung von Faltschachteln sind Effizienzsteigerungen bis zu 65 Prozent möglich.  

Verfahrenstechniker Johannes Helbig und Mario Gerber bei der gemeinsamen Präsentation zweier Rapida RDC 106 für unterschiedliche Anwendungen (7)
An zwei Rotationsstanzen Rapida RDC 106 konnten sich die Fachbesucher in der Praxis davon überzeugen, wie leistungsfähig das Stanzverfahren ist. An einer Vierwerkemaschine erlebten sie das Prägen, Rillen, Stanzen und Ausbrechen von Bogen mit Pharmaverpackungen. Nach Auftragsende wurde sie innerhalb weniger Minuten auf einen komplett neuen Job, eine Box für Schreibgeräte, gerüstet. Die anschließende Nutzentrennung erfolgte offline auf einem Master Blanker von Laserck mit bis zu 20.000 Bogen/h.  

Die Druck- und Stanzergebnisse – hier auf IML-Folie – fanden bei den Fachleuten großes Interesse (9)
Auf einer Rapida RDC 106 mit nur einem Stanzwerk liefen Etiketten, darunter Formen mit Becherlabeln und Stickern, die kurz vorher auf der Sechsfarben-Rapida 106 mit Lack und Kaltfolienmodul produziert worden sind. Trotz des kniffligen Jobwechsels von Durch- auf das Anstanzen des Haftpapiers war die Maschine nach wenigen Minuten wieder in Produktion. Zum Abschluss der Show produzierte die Rapida RDC 106 mit Weltrekord-Leistungen von 17.000 Bogen/h.  

Weltrekord: Stanzen mit 17.000 Bogen/h (8)

Erfahrungsaustausch über Kontinente hinweg

Eines der auf der Vierwerke-Rapida RDC 106 produzierten Produkte: Die Bogen mit den Stifteboxen wurden in der Maschine gerillt, gestanzt, geprägt und ausgebrochen (10)
Wink und Esko informierten über Stanzformen und prozessintegrierte Workflows in der Verpackungsproduktion. Daneben bot die Veranstaltung Raum zum Fachsimpeln und zum Erfahrungsaustausch über Ländergrenzen und Kontinente hinweg.

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Martin Dänhardt

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Tel.: (+49 351) 833-2580
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